Automatische Externe Defibrillation - AED

In der Schweiz regelt der Swiss Resuscitation Council (SRC) die Belange der Wiederbelebung. Für weitergehende Informationen zu diesem Themenbereich verweisen wir auf dessen Homepage www.resuscitation.ch

Dieser Beitrag ergänzt die Ausführungen zu den Basic Life Support (BLS).

Vielen Fällen von Kreislaufstillstand liegt ein so genanntes Kammerflimmern zugrunde. Je mehr Zeit zwischen dem Auftreten des Kammerflimmerns und der Elektroschocktherapie, der sog. Defibrillation verstreicht, umso geringer sind die Erfolgsaussichten. Pro Minute verzögerter Defibrillation sinken die Überlebenschancen um rund 10 %.

Damit kommt der Defibrillation ein zentraler Stellenwert innerhalb der Wiederbelebung zu. Es ist jedoch niemals der Defibrillator, der die eigentliche Rettung vornimmt, sondern immer der Anwender, der seine Massnahmen mit der Defibrillation ergänzt.

Angewendet wird ein einzelner Schock, gefolgt von zwei Minuten CPR, ohne dass eine mögliche Beendigung des Kammerflimmerns kontrolliert, oder der Puls des Patienten überprüft wird. Erst nach zwei Minuten CPR wird vom Gerät der Rhythmus erneut überprüft und (falls erforderlich) ein erneuter einzelnen Schock abgegeben.

Frühdefibrillation mit Halbautomaten

Die Defibrillation ist heute dank halbautomatischer Defibrillatoren für jedermann möglich. Diese Geräte werden auch als Automatische externe Defibrillatoren (AED) bezeichnet. Die derzeit erhältlichen AED’s, arbeiten alle nach vergleichbaren Grundprinzipien:
Nach Einschalten fordert eine Sprachführung den Anwender zum Anbringen der Klebeelektroden auf. Danach wird automatisch die Analyse des abgeleiteten EKG’s gestartet. Nach einer Analysezeit von i.d.R. unter 10 Sekunden informiert das Gerät über das weitere Vorgehen. Entweder wird „Defibrillation erforderlich“ oder „Defibrillation nicht erforderlich“ empfohlen. Somit wird der Anwender entweder zum Auslösen des Schocks aufgefordert, oder aber zur Weiterführung der BLS-Massnahmen.

Um bei der Anwendung halbautomatischer Defibrillatoren jedes Sicherheitsrisiko für Patient oder Anwender auszuschliessen, müssen einige Grundregeln eingehalten werden.
Dies beinhaltet:

  • Anwendung nur am bewusstlosen Patienten mit Kreislaufstillstand
  • Anwendung bei Personen unter 25 kg möglichst mit speziellen Kinderelektroden.
  • Keine Anwendung am Patienten auf leitendem Untergrund oder in explosionsgefährdeten Bereichen.
  • Wenn der Patient im Nassen liegt oder schweissnass ist, ins trockene ziehen und abtrocknen.
  • starke Brustbehaarung muss ggf. rasiert werden.
  • Patient hat einen Herzschrittmacher - Elektroden daneben oder seitenverkehrt aufkleben.
  • Patient trägt Medikamentenpflaster - Pflaster im Brustbereich entfernen und Haut abwischen.


Bei schwangeren Frauen sind dagegen keine Besonderheiten zu beachten. So können die Elektroden normal angebracht werden.

Wenngleich AED’s intuitiv bedienbar sind, erhöht eine Ausbildung des Anwendungspersonals die Anwendungssicherheit.

Für die Anwendung von AED’s kommen verschiedene Personengruppen in Betracht. Speziell für First Responder (z.B. Feuerwehrleute, Polizisten, Betriebssanitäter, Bademeister, also solche Berufsgruppen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit eine gewisse Wahrscheinlichkeit haben mit einem Kreislaufstillstand konfrontiert zu werden) ist die Schulung sinnvoll.

Dem Laien ermöglicht der halbautomatische Defibrillator die Elektroschockabgabe ohne vorbestehende medizinische Kenntnisse. Die Sicherheit der Gerätschaften ist heute so hoch, dass falsche Handhabungen kaum möglich sind.

Nach Darstellung des Schweizer Wiederbelebungsrates (SRC) erlaubt die Schweizer Gesetzgebung eine Defibrillation durch Laien.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. American Heart Association, Currents in Emergency Cardiovascular Care, Volume 16, Number 4
  2. American Heart Association, The 2005 American Heart Association Guidelines for ECC and CPR, Circulation 2005;112
  3. M. Sayre et al.: Hands-Only (Compression-Only) Cardiopulmonary Resuscitation: A Call to Action for Bystander Response to Adults Who Experience Out-of_Hospital Sudden Cardiac Arrest in: Circulation, 2008;117:000-000
  4. European Resuscitation Council (2005) International Guidelines on Resuscitation, Resuscitation Vol 67:s1-s186
  5. www.americanheart.com American Heart Association AHA
  6. www.americanheart.org Current
  7. www.erc.edu European Resuscitation Council ERC
  8. www.resuscitation.ch Swiss Resuscitation Council
  9. www.sirmed.ch Schweizer Institut für Rettungsmedizin


Verwendung der Abbildungen mit freundlicher Genehmigung Schweizer Institut für Rettungsmedizin – SIRMED in Nottwil. Jede nicht autorisierte Weiterverwendung ist untersagt.

BLS AED Anwendung nach SRC Leitlinien

Flash ist Pflicht!

Älterer Bericht aus Deutschland über First-Responder und Frühdefibrillation (Real Player erforderlich)

Die in diesem Bericht beschriebene Frühdefibrillation ist nach heutiger Sicht nur insofern sinnvoll, wenn sie direkt in den ersten fünf Minuten nach dem Kollaps angewendet werden kann oder wenn bis zum Eintreffen des Defibrillators durchgehend Herzdruckmassage (CPR) durchgeführt wurde. Ist dies nicht der Fall, soll vor dem Einsatz des Defibrillators unbedingt erst einmal zwei Minuten BLS-Massnahmen durchgeführt werden. Nach heutigen Erkenntnissen ist sonst eine erfolgreiche Defibrillation so gut wie aussichtslos. Fachgesellschaften halten deshalb weniger am Public- Axcess- Defibrillator fest, sondern am First-Responder System. First-Responder verfügen im Gegensatz zum Laien über eine 8-stündige BLS AED Ausbildung. 

Video der Aktion Help

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